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Branchenwissen

KI in der Spedition – was realistisch ist und was nicht

Von Marc Palma · 7 Min. Lesezeit · 2026-03-05

Abstrakte Visualisierung vernetzter Logistik-Prozesse

Über Künstliche Intelligenz wird viel geredet. Manchmal zu viel. Zwischen den Schlagzeilen und dem Alltag in einer Spedition liegen oft Welten. Als jemand, der sich seit mehr als drei Jahren intensiv mit KI beschäftigt und sie in seinen eigenen Logistik-Unternehmen einsetzt, möchte ich hier ein ehrliches Bild zeichnen.

Der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Das Wichtigste zuerst: KI sollte niemals komplett alleine Aufgaben durchführen. Ein prüfender Blick von einem Mitarbeiter ist so gut wie immer nötig – und auch wichtig. Das gilt für eine automatisch erstellte Rechnung genauso wie für eine KI-generierte E-Mail an einen Kunden.

Viele schrecken zurück, wenn sie von den sogenannten Halluzinationen hören – also davon, dass eine KI sich Dinge ausdenkt. Das ist ein berechtigtes Thema. Aber mittlerweile kann man das fast zu 100 Prozent unterbinden, wenn man die Systeme richtig aufsetzt. Und die restlichen Prozent? Die entdeckt ein erfahrener Mitarbeiter mit einem kurzen Blick. Der Mensch und die KI zusammen – das ist die Kombination, die funktioniert.

Das eigentliche Risiko ist, nichts zu tun

Nach meiner Einschätzung ist das Problem für Unternehmen nicht, sich mit KI zu beschäftigen. Das Problem wird sein, dass andere es tun. Und zwar intensiv.

Das führt zum einen dazu, dass Marktbegleiter günstigere Kosten haben, weil sie Prozesse automatisiert haben, die bei Ihnen noch manuell laufen.

Aber der viel wichtigere Punkt ist ein anderer: Ihre eigenen Kunden und Dienstleister werden KI nutzen, um ihre Prozesse zu verbessern. Und das kann direkte Auswirkungen auf Ihr Geschäft haben.

Ein konkretes Beispiel

Stellen Sie sich vor, einer Ihrer Kunden richtet bei sich eine KI-gestützte Überwachung ein. Diese fragt automatisch an: „Wo ist mein Container? Wird die Lieferzeit eingehalten?" Wenn innerhalb von fünf Minuten keine Antwort kommt, schickt die KI eine Erinnerung. Und dann noch eine.

Plötzlich haben Sie innerhalb kürzester Zeit dutzende automatisierte Anfragen in Ihrem Postfach – und gar nicht die Manpower, diese alle manuell zu bearbeiten. Während Ihr Wettbewerber, der selbst KI einsetzt, diese Anfragen automatisch beantwortet.

Das ist keine Zukunftsmusik. Das ist technisch heute schon möglich und wird in den nächsten Monaten zunehmend Realität.

Was KI heute realistisch kann

Sehr gut funktioniert: PDF-Dokumente automatisch einlesen und verarbeiten. E-Mails in mehreren Sprachen automatisch beantworten. Tracking-Daten automatisch abfragen und aufbereiten. Standardmäßige Berichte und Auswertungen erstellen. Datenqualität prüfen und Fehler erkennen.

Gut funktioniert mit menschlicher Kontrolle: Disposition und Routenplanung unterstützen. Preiskalkulation und Angebotsvergleiche. Kundenkommunikation automatisieren. Zolldokumente vorbereiten.

Noch nicht zuverlässig genug ohne Aufsicht: Komplexe Verhandlungen führen. Eigenständige Entscheidungen bei Ausnahmesituationen treffen. Kreative Problemlösung bei ungewöhnlichen Transportanforderungen.

Ehrlich gesagt...

Es ist schwer, aktuell genau zu definieren, was KI kann und was nicht. Dafür ist die Entwicklung einfach zu schnell. Was vor sechs Monaten noch nicht möglich war, funktioniert heute zuverlässig. Ich versuche selbst, immer auf dem Laufenden zu bleiben – auch wenn das ehrlich gesagt nicht immer einfach ist bei diesem Tempo.

Was ich aber mit Sicherheit sagen kann: Der beste Zeitpunkt, sich damit zu beschäftigen, ist jetzt. Nicht um alles auf einmal umzukrempeln, sondern um mit kleinen, konkreten Anwendungen zu starten und Erfahrung zu sammeln. Genau dabei helfen wir.

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